Oberstufe Belp hilft beim Aufforsten in Cumbel
Die Aufforstungsarbeiten fanden in der Fraktion Cumbel statt. «Cumbel» bedeutet auf romanisch „Ellbogen“. Wer jetzt denkt, hier sei während der Woche ordentlich „geellbögelt“ worden, liegt komplett falsch – ganz im Gegenteil: Es wurde angepackt, und zwar gemeinsam. Das Material wanderte über lange Menschenketten durch unwegsames Gelände – Teamwork vom Feinsten.
Im Winter noch im Skilager in Saas-Grund unterwegs, stand im heissen Juni 2026 das komplette Kontrastprogramm auf dem Plan: Arbeitseinsatz in den Wäldern der Gemeinde Vella. Initiiert wurde der Freiwilligeneinsatz von Klassenlehrperson Beatrice Emch. Doch wie kommt eine Schulklasse aus Belp ausgerechnet in die Val Lumnezia in der Surselva? Ganz einfach: gute Empfehlungen, ein überzeugendes Projekt – und eine passende Unterkunft.
Mit der «Casa Sentupada» in Vignogn wurde genau das gefunden. Die ehemalige Dorfschule wurde kurzerhand in ein Begegnungszentrum mit Lagerhaus, kleiner Turnhalle und Sportplatz umgebaut – perfekt für eine Schulklasse mit Tatendrang.
Die Gemeinde Lumnezia entstand 2013 durch den Zusammenschluss mehrerer Dörfer und zählt heute gut 2100 Einwohner. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Talportal Porclas bis zur Greina-Hochebene an der Tessiner Grenze. Die Wälder, grösstenteils im Besitz der Gemeinde, werden vom Forstamt gepflegt. Vor Ort im Einsatz: die Förster Dominik Möller und Robert Lang. Sie begleiteten die Klasse während der ganzen Woche.
Auf dem Programm standen hauptsächlich Aufforstungsarbeiten – und die hatten es in sich. Am Besuchstag ging es in einen steilen Wald oberhalb von Cumbel. Damit die frisch gepflanzten Eichen- und Lindensetzlinge den Winter und den Hunger von Rotwild, Rehwild und Gams überstehen, musste ein stabiler Holzzaun gebaut werden. Ziel der Aufforstung: langfristiger Schutz der darunterliegenden Kantonsstrasse vor Lawinen und Murgängen.
Die rund 20 Schülerinnen und Schüler wurden dabei zur menschlichen Transportbahn: Holzlatten, Zäunelemente, Setzlinge, Wasserkanister, Draht und Werkzeug – alles wurde von Hand zu Hand weitergereicht. Quasi Helikopterservice ohne Helikopter. Bevor gepflanzt werden konnte, hiess es allerdings: Aufräumen. Äste, Totholz und dichtes Gestrüpp mussten weichen.
Die Arbeit im steilen Gelände hatte ihren Preis: Die Klassenlehrerin verlor kurzzeitig ihr Handy – konnte es aber glücklicherweise wiederfinden. Apropos Handy: Die Jugendlichen mussten ihre Geräte zu Hause lassen. Eine Woche offline also – und überraschenderweise für viele kein Problem, sondern ein Gewinn.
Ein grosses Dankeschön geht an die engagierten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Belp – ihr Einsatz kann sich sehen lassen! Möglich gemacht wurde das Projekt durch Klassenlehrperson Beatrice Emch sowie durch die Förster Dominik Möller und Robert Lang.
Engraziel fetg!
Lucas Casanova, Experte Schweizer Berghilfe
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