Wirtschaftsmittelschule Reinach auf der Alp Zavragia

Wirtschaftsmittelschule Reinach auf der Alp Zavragia

Die Strasse zur Alp Zavragia hat es in sich: Zuerst geht’s gemütlich durch den Wald, dann wird es schnell enger, steiler und ziemlich holprig. Ohne diesen Alpweg läuft hier oben allerdings gar nichts – er ist die Lebensader der Alp. Und genau hier kommen die Freiwilligen der Wirtschaftsmittelschule Reinach ins Spiel: Mit ihrem Einsatz packen sie an und leisten einen Beitrag zum Erhalt der Alp Zavragia.

Die Ausbildung an der WMS Reinach dauert vier Jahre und endet mit der Berufsmaturität. Bereits im ersten Jahr steht ein Soziallager auf dem Programm – eine Woche lang raus aus dem Schulzimmer und rein in ein Projekt mit echtem Mehrwert für die Gesellschaft. Klassenlehrperson Michael Sonderegger, ursprünglich aus Chur und selbst begeisterter Bergfan, musste nicht lange überlegen: Ein Soziallager in den Bündner Bergen? Perfekt!

Über das Projekt «bergversetzer» kam der Kontakt mit Lukas Roth von der Gemeinde Obersaxen Mundaun zustande. Das Lagerhaus passte, das Projekt passte – und auch menschlich stimmte die Chemie auf Anhieb. Also ging’s für die Klasse Mitte Juni ab nach St. Martin in Obersaxen Mundaun – Basislager beziehen und loslegen.

Die Alp Zavragia liegt auf rund 1750 Metern über Meer, südöstlich von St. Martin. Hier verbringen etwa 90 Mutterkühe aus Obersaxen, Zignau und Trun den Sommer. Beim Besuch vor Ort wurde schnell klar: Hier wird nicht nur die Aussicht genossen, sondern auch gearbeitet.

Die Klasse wurde in drei Gruppen eingeteilt:

  • Team Entbuschung: Mit anpacken war angesagt! Während die Mutter des Alpmeisters die Kettensäge schwang, kümmerten sich die Jugendlichen darum, Tännlein und Büsche in Mulden und Steinhaufen zu stapeln.
  • Team Bau: Unter Anleitung des Alpmeisters entstand eine kleine Mauer vor der Alphütte. Und ja – der Betonmischer war definitiv eines der Highlights.
  • Team Strassenbau: Klingt nach harter Arbeit? War es auch. Mit Rechen wurde frisch aufgetragenes Material verteilt, damit die Zufahrt wieder in Schuss ist.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: offene Weiden, eine verbesserte Alpzufahrt und ein sanierter Vorplatz. Kurz gesagt – ein Einsatz, der wirklich etwas bewegt hat.

Und ganz nebenbei gibt’s auch eine passende Metapher: Die Ausbildung ist ein bisschen wie ein Alpweg – steil, kurvig und nicht immer einfach. Aber wer dranbleibt, wird am Ende mit einer ziemlich genialen Aussicht belohnt.

Ein grosses Dankeschön geht an die Schülerinnen und Schüler der WMS Reinach, an die Klassenlehrperson Michael Sonderegger und ganz besonders an Lukas Roth von der Gemeinde Obersaxen


Lucas Casanova, Experte Schweizer Berghilfe

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